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Ich war eine echte “Absolute BeginnerIn, die vorher noch keinen ganzen Meter mit dem Fahrrad ohne Unterstützung gefahren ist.

Ich sollte das erste Fahrrad als Kind mit ca. 3 Jahren von meinem nur 22 Monate älteren Bruder bekommen. Obwohl ich damals noch sehr klein war, ist mir heute noch immer sehr deutlich in Erinnerung, dass mir das wackelige Ding ganz und gar nicht geheuer war.

Scheinbar hat man mir außergewöhnliches Geschick zugetraut und die Stützräder nicht wieder auf die Ausgangsposition zurück montiert. Als kurze Zeit später mein Bruder mit seinem neuen Rad einen Sturz hatte, der deutliche Abschürfungen in seinem Gesicht und auf seinen Knien hinterließ, war ich nicht gerade ermutigt, auf “mein” Fahrrad zu steigen und habe mich immer wieder geweigert. Vielleicht hätte es geholfen, die Stützräder auf die Ausgangsposition zurück zu stellen, aber das ist nicht passiert und so hatte ich einfach zu große Angst, die sich bis vor Kurzem eingeprägt hatte. 

Die Chance, das Fahrradfahren in der Kindheit zu erlernen war endgültig verpasst, denn es wurde mir nie mehr wieder angeboten, es zu erlernen. Als ich schon erwachsen war, bekam ich den Eindruck, dass alle rund um mich Fahrradfahren konnten, nur ich nicht.

Einmal habe ich es noch versucht, damals mit dem Rad meiner 14 jährigen Tochter und mit Hilfe einer Freundin, die mir Mut machte und das Rad am Gepäckträger fest gehalten hat. Dieser Versuch fand dann aber ein jähes Ende, als ein zufälliger Passant eine abfällige Bemerkung hören ließ.

Immer wieder allerdings, wenn ich jemanden an einem sonnigen Tag mit einem strahlenden Lächeln auf dem Fahrrad sitzen und gemütlich dahin radeln sah, verspürte ich den Wunsch, das auch zu können.

Mittlerweile bin ich Oma und einer meiner Grundsätze, die ich an meine kleine Enkeltochter gerne weitergeben möchte, ist: Man kann alles erlernen, wenn man das wirklich will und sich die richtige Unterstützung sucht! Also habe ich im Internet recherchiert, bin auf die City Cycling School gestoßen und habe mich angemeldet.

Ich war zwar nicht vollkommen überzeugt, dass mein Vorhaben gelingen würde, aber ich wollte es zumindest versuchen. Die Zeit während des Kurses war aufregend und spannend aber auch lustig und hat viel Spaß gemacht. Die Überzeugung unseres Lehrers Bernhard, dass ich das ganz selbstverständlich auch schaffen könnte, hat mein Selbstvertrauen ungeheuer gestärkt.

Die Fortschritte waren erstaunlich und haben zum Weitermachen nicht nur ermutigt, sondern auch beflügelt. Ich konnte in der Zeit während des Kurses nicht nur meine Angst vor dem Fahrrad und der Geschwindigkeit Stück für Stück bezwingen – und das trotz des Sturzes gleich am Anfang – ich habe auch sehr viel in dieser Zeit über mich selbst in anderen Belangen heraus gefunden.

Dann, die ersten Pedaltritte auf dem Fahrrad, die ersten Meter wirklich ganz alleine …. es war atemberaubend …. im wahrsten Sinn des Wortes. Ich konnte es kaum glauben und musste immer wieder kurz anhalten und atmen, denn das Atmen und Fahren gleichzeitig ging erst nach ein paar Versuchen.

Es war großartig und ein derartiges Erfolgserlebnis lag inzwischen schon ein Weilchen zurück. Mit jedem Versuch ging es besser und am Ende konnte ich beim Ausflug in den nahe gelegenen Donaupark mitfahren und – zu meinem inneren Erstaunen – hat das auch noch viel Spaß gemacht.

Danke Bernhard, es ist Dir gelungen, meine Selbstzweifel auszuräumen, mich im richtigen Moment von meinen Bedenken und Ängsten abzulenken ohne, dass ich je das Gefühl gehabt hätte, Du würdest mich nicht ernst nehmen. Durch Dein Einfühlungsvermögen hatte ich keinen Augenblick das Gefühl ich müsste etwas tun, wozu ich noch nicht bereit war und so ist die Selbstsicherheit und Zuversicht stetig in meinem individuellen Tempo gewachsen.

Ich habe die Freude an dieser Art der Bewegung entdeckt und werde mir ein neues Rad kaufen. Ich bin kein Profi, aber ich könnte noch einer werden – wenn nicht in diesem Leben, dann im nächsten 😉 🙂 Ich habe den Kurs sehr genossen und es war ein Vergnügen, alle daran Beteiligten dadurch kennen zu lernen. Vielen Dank!

Silvia